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Landesförderung Kunst am Bau

Aktuelle Richtlinie K7
1. Allgemeines
Es gehört zu den Aufgaben des Freistaates, die zeitgenössische, bildende Kunst zu fördern. Daher werden in der Regel bei Großen Baumaßnahmen (GBM) Leistungen an bildende Künstler vergeben. Abweichungen von dieser Regelung sind in der EW-Bau zu begründen.
Die Finanzierung erfolgt innerhalb der genehmigten Gesamtbaukosten (GBK) der jeweiligen Baumaßnahme.

2. Begriffsbestimmung
Leistungen der bildenden Künstler dienen der künstlerischen Gestaltung und Ausstattung von Bauwerken und der dazugehörigen Außenanlagen.
Um die künstlerische Idee in die Bauplanung einzubeziehen, ist es erforderlich, bereits in einem frühen Stadium die Leistungen der bildenden Künstler einzuplanen. Der genaue Zeitraum wird in jedem Einzelfall vorhabenkonkret festgelegt.

3. Leistungen
Die Leistungen der bildenden Künstler umfassen

  • das Anfertigen von Entwürfen für Kunstwerke,
  • deren Herstellung (ausgenommen Leistungen Dritter),
  • eine Kostenaufstellung,
  • einen Erläuterungsbericht und
  • eine Dokumentation nach Abschluss der künstlerischen Gestaltung.

Grundsätzlich sollen Kunstwerke in direktem Bezug zum Bauwerk entwickelt und dessen integrierter Bestandteil (inhaltlich und formal) werden. Jedoch ist der Erwerb frei entstandener Kunstwerke, die nach Qualität und Einfügungsmöglichkeit ausgewählt werden, nicht ausgeschlossen.
Auswahl und Standort von Kunstwerken müssen den bauordnungs- und verkehrsrechtlichen Forderungen und Sicherheitsbelangen entsprechen.

4. Kosten
Grundlage der Kostenberechnung für Leistungen bildender Künstler sind die Bauwerkskosten – Kostengruppen 300 und 400 nach DIN 276. Dabei werden die Kosten degressiv ermittelt und zwar bei

Bauwerkskosten von 500.000 EUR mit 10.000 EUR (2 vom Hundert)
Bauwerkskosten von 25.500.000 EUR mit 100.000 EUR ( 0,4 vom Hundert)

Die Ermittlung der entsprechenden Euro-Zwischenwerte erfolgt durch interpolieren.
Die Summe ist auf 125 000 Euro begrenzt. Bei Ausnahmen ist die Zustimmung der Zentrale des Staatsbetriebes SIB (Zentrale) erforderlich.
Die Kosten für Leistungen bildender Künstler sind in der Kostengruppe 620 (Herstellungskosten) beziehungsweise in der Kostengruppe 752 (Honorare) zu veranschlagen.
Kosten für Wettbewerbsverfahren sind nicht Bestandteil der Kosten für Leistungen bildender Künstler. Sie werden in der Kostengruppe 751 gesondert veranschlagt.
Kosten, die dadurch entstehen, dass zur Herstellung oder Verwirklichung der künstlerischen Leistung Arbeiten Dritter erforderlich sind, werden in der Kostengruppe 620 ebenfalls gesondert veranschlagt.
Die auf Grundlage der Kostenberechnung zur EW-Bau festgesetzten Kosten für Leistungen bildender Künstler sind verbindlich und zweckgebunden.

5. Verfahren
Zuständig für das gesamte Verfahren ist die bauverwaltende Stelle.
Die Wahl des Verfahrens zur Ermittlung der am besten geeigneten künstlerischen Arbeiten ist abhängig von der Bedeutung der Baumaßnahme und den für Leistungen bildender Künstler zur Verfügung stehenden Mitteln. Das Verfahren ist mit der Zentrale abzustimmen.
Im Regelfall ist ein Wettbewerb durchzuführen. Bei Kosten bis 20 000 Euro ist eine direkte Beauftragung (nach sachverständiger Auswahl) möglich.
Ein beschränkter Wettbewerb ist unter fünf bis acht Teilnehmern durchzuführen. Dafür wird ein Gremium in folgender Zusammensetzung gebildet:

  • 1 Vertreter SMWK
  • 2 freie Künstler, die vom Berufsverband bildender Künstler benannt werden
  • 2 Vertreter Bedarfsträger
  • 1 Vertreter SIB -Zentrale
  • planender Architekt

Weitere Personen können bei Bedarf zur Beratung hinzugezogen werden. Diese sind nicht stimmberechtigt.
Für die Aufstellung der Auslobungsunterlagen des beschränkten Wettbewerbes ist der entsprechende Musterauslobungstext zu verwenden.

6. Vergabe
Für die Auftragsvergabe ist die bauverwaltende Stelle zuständig. Dazu ist das entsprechende „Vertragsmuster Künstlervertrag“ zu verwenden.

7. Dokumentation
Nach Abschluss der künstlerischen Gestaltung beziehungsweise Baumaßnahme legt die Niederlassung des Staatsbetriebes SIB der Zentrale eine Dokumentation über das jeweilige Kunstwerk in angemessener Qualität vor. Diese enthält:

  • farbige Lichtbilder mit Darstellung der künstlerischen Idee
  • Art der Ausführungstechnik und Maße
  • Biographie des Künstlers
  • zeitlicher Ablauf
  • Gesamtkostenaufschlüsselung

Die bauverwaltende Stelle gewährleistet eine ausreichende und passende Kennzeichnung des Kunstwerks.

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